Kleine Aktionen zeigten Wirkung.

Josef Ribitsch

 

Geburtsdatum 5.4.1908
Geburtsort Ferlach
Todesdatum 23.12.1944
Todesort Graz

Am 14. November 1944 nahm die Gendarmerie im Gemeindegebiet von Steinfeld drei „verdächtige“ Personen fest und lieferte sie der Gestapo aus. Es handelte sich um die Widerstandskämpfer und Partisanen Heinrich Brunner aus Villach, Erich Ranacher aus Lienz und Josef Ribitsch aus Ferlach. Schon sechs Wochen später verurteilte der Volksgerichtshof sie und fünf weitere Angehörige dieser in Villach und Umgebung aktiven Widerstandsgruppe zum Tode, Maria Peskoller, Margarete Jessernigg, Rosa Eberhard, Valentin Klementin und Milan Jelič. Die Hinrichtung durch das Fallbeil vollstreckte die NS-Justiz am 23. Dezember 1944 in Graz.

Der gelernte Tischler Josef Ribitsch wurde 1940 zur Wehrmacht eingezogen, nach kurzer Dienstzeit wegen einer Krankheit aber wieder nach Hause entlassen. Politisch betätigte sich Ribitsch in der 1941 in Jugoslawien gegründeten Befreiungsfront (Osvobodilna Fronta – OF), einer Widerstandsbewegung, die sich gegen die deutsche Besatzung nach dem Überfall auf Jugoslawien wehrte und für eine soziale Revolution kämpfte. Ab 1942 fassten die Partisanen der OF auch in Kärnten Fuß. Josef Ribitsch leistete für sie Kurierdienste.

Im April 1944 verpflichtete ihn die Wehrmacht ein zweites Mal zum Einrücken. Er gehörte einer Flakabteilung in Jesenice an. Wenige Monate später, im Juni 1944, wurde er wegen seiner vorangegangenen antifaschistischen Tätigkeit festgenommen. Josef Ribitsch gelang allerdings die Flucht, indem er während seiner Überstellung nach Klagenfurt aus dem fahrenden Zug sprang und sich den Partisanen anschloss. Bei den Partisanen wurde er mit Erich Ranacher ausgebildet. Die beiden übernahmen es, im Raum Villach eine neue Partisanengruppe aufzubauen, die den bewaffneten Kampf gegen das NS-Regime auch in die deutschsprachige Bevölkerung tragen sollte. Josef Ribitsch galt der Gestapo als Anführer der Gruppe, er soll bei den Aktionen eine Kappe mit einem roten Stern getragen haben.

Quellen

Nationalsozialismus, Holocaust, Widerstand und Exil 1933–1945. Online-Datenbank. De Gruyter (NHWE): 11 J 418/44, Anklageschrift des Volksgerichtshof, 16.12.1944; Wilhelm Baum et al. (Hg.): Das Buch der Namen. Die NS-Opfer in Kärnten. Klagenfurt 2010, passim; Wilhelm Baum et al. (Hg.): „Auf Wiedersehen über den Sternen!“ „Na svidenje nad zvezdami!“ – Briefe aus Widerstand und Verfolgung unter dem NS-Regime in Kärnten. Klagenfurt 2011, passim.